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Mittwoch, 22.02.2012

Mutmaßlicher Jamadajew-Mörder schießt sich in Schritt

Moskau. Ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter Mörder spaziert in einem Moskauer Krankenhaus ein und aus. Der Tschetschene soll im März 2009 Kadyrows Widersacher Sulim Jamadajew in Dubai erschossen haben. Im Krankenhaus landete er, nachdem er sich versehentlich selbst in den Schritt schoss.

Seit 2009 sucht Interpol nach dem Tschetschenen Selimchan Masajew. Er soll im März 2009 den einstigen Kommandeur des Tschetschenen-Bataillons Wostok Sulim Jamadajew in Dubai erschossen haben.

Bei Russland-Aktuell
• 27 Monate statt Lebenslänglich für Jamadajew-Mörder (22.12.2010)
• Neues aus d Schlangengrube: Kadyrow umarmt Jamadajew (24.08.2010)
• Verhinderter Jamadajew-Killer erhält lange Haftstrafe (03.06.2010)
• Toter Sulim Jamadajew grüßt aus dem Krankenhaus (13.04.2010)
• Tschetschenien: Toter erklärt Kadyrow Blutrache (13.05.2009)
Der Jamadajew-Clan galt als Widersacher der Herrschaft Ramsan Kadyrows in Grosny. Nachdem zunächst Ruslan Jamadajew, der politische Kopf des Clans, im September 2008 in Moskau erschossen wurde, flüchtete sein Bruder Sulim nach Dubai.

Die Flucht nützte dem "Helden Russlands" nichts, auch er wurde erschossen. Wegen der Tat wurde u.a. Kadyrows Stallknecht verurteilt, die Tatwaffe soll sogar von Kadyrows Neffen Adam Selimchanow stammen, der allerdings nicht belangt wurde.

Auch den mutmaßlichen Todesschützen Masajew fassten die Behörden der VAE nicht. Stattdessen tauchte der nun in einem Moskauer Krankenhaus auf. Medienberichten zufolge hatte er eine Selbstverteidigungswaffe im Gurt stecken, als er in einem Cafe ruckhaft aufstand. Dabei ging die Waffe los.

Masajew wurde daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert und bekam eine Not-OP. Einige Stunden, nachdem er aus der Intensivstation auf die normale Krankenstation verlegt wurde, ließ er sich auf eigene Verantwortung aus der Behandlung entlassen.

Interessant ist, dass die Polizei offenbar von dem Vorfall wusste. Ein Polizeisprecher erklärte, Masajew habe einen Waffenschein besessen und somit das Recht gehabt, die Waffe zu tragen. Während dies also nachgeprüft wurde, scheint der Interpol-Haftbefehl hingegen bei der russischen Polizei nicht angekommen zu sein.





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