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Dienstag, 31.08.2010

Medwedew tadelt twitternde Sitzungsteilnehmer

Moskau. Präsident Dmitri Medwedew, bekannt als erklärter Freund moderner Kommunikationsformen, geht der Dauer-Infofluss manchmal auch zu weit: Ein Gouverneur, die während einer Staatsratsitzung munter twitterte, bekam einen Anpfiff.

„Da sitzt Nikita Jurewitsch Belych und twittert direkt in der Staatsrats-Sitzung. Offenbar hat er sonst nichts zu tun“, kritisierte Präsident Dmitri Medwedew den Gouverneur des Gebietes Kirow.

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Der Liberale Belych hatte während der Sitzung zur Bildungspolitik bereits 13 Einträge in seinen Microblog gemacht - darunter auch die Bemerkung, dass 10 bis 15 Leute in der Sitzung mit ihren I-Pads hantierten. Schließlich zitierte Belych aus der Sitzung den Tomsker Gouverneur Viktor Kress mit den Worten „Dmitri Anatolijewitsch, ich unterstützte ihre Idee zur Schaffung von Präsidenten-Lyzeen.“ Wobei Belych geknickt hinzufügte: „Das war allerdings meine Idee;(.“

Vermutlich steckte dies Medwedews Wirtschaftsberater Arkadi Dworkowitsch seinem Chef – wobei auch Dworkowitsch selbst auf fünf Twitter-Botschaften während der Sitzung kam. Medwedew verband den Anpfiff allerdigns mit der richtigstellung, dass die Lyzeen Belychs Idee seien, "was sie nicht schlechter macht".

Erst nach der Sitzung reagierte auch Medwedew persönlich in seinem von 70.000 „Followern“ verfolgten Twitter-Blog auf das Geplänkel: Er sei sich mit Belych einig, dass diese Form der Ablenkung eben zu den Nachteilen der Informationsgesellschaft gehöre. „Aber am wichtigsten ist doch, dass dies von der Arbeit nicht ablenkt“, nicht wahr?“, schrieb er Belych.

Der rechtfertigte sich gegenüber Medwedew, dass er zum einen „aufmerksam zugehört“ habe. „Und zweitens war der Vortrag von Kress eine Woche vorher herumgeschickt worden und (von mir) gelesen worden.“





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