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Dienstag, 09.03.2010

Kein Asyl: Russische Familie begeht Selbstmord in Glasgow

Glasgow. In Schottland ist eine dreiköpfige Familie aus Russland aus dem 15. Stock eines Hochhauses gesprungen, nachdem ihr Asylantrag abgelehnt wurde und sie ihre Wohnung räumen sollten.

Die Eltern – beide 40 Jahre alt – und ihr 20-jähriger Sohn waren aneinander gebunden vom Balkon ihrer Wohnung im 15. Stock des Hochhauses in Glasgow gesprungen. Das 31 Stockwerke hohe Gebäude – einstmals das höchste Wohnhaus Europas - wird hauptsächlich von Asylanten und Flüchtlingen bewohnt.

Ein spezielles Auffangnetz an dem Wohnturm, das Selbstmorde verhindern soll, wurde von der Familie zuvor zerstört: Die Lebensmüden hatten vor ihrem Sprung einen Kleiderschrank vom Balkon gekippt.

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Die Identität der Familie und ihre Asylgründe wurde in der britischen Presse nicht genannt. Das russische Außenministerium erklärte, dass es über den tragischen Vorfall informiert sei. Zunächst müsse aber noch geklärt werden, ob es sich wirklich um russische Staatsbürger handelt.

Der Asylantrag der Familie war zuvor als unbegründet abgelehnt worden. Schließlich wurden sie auch noch aufgefordert, sich über die Flüchtlingsbehörde eine andere Wohnung zu suchen. Einen konkreten Räumungsbefehl hätten die drei Russen aber nicht erhalten.

Medienberichten zufolge soll die Familie bereits einmal Asyl in Kanada erhalten haben, sei aber 2007 ausgewiesen worden. Der Familienvater hatte gegenüber Nachbarn erklärt, dass ihm im Falle einer Ausweisung nach Russland der Tod durch die Staatsmacht drohe.
Schottische Menschenrechtler hielten nach dem dreifachen Selbstmord an dem Gebäude eine Mahnwache ab. Sie forderten eine Aufklärung der Rolle der britischen Einwanderungs-Behörde in dem Fall.





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